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Darmsanierung durch FlohsamenRolf Carson Leinsamen als geeignetes Mittel zur Darmsanierung ist sehr vielen Menschen bekannt. Dies hat seinen Grund darin, dass die im Leinsamen enthaltenen Schleimstoffe sowie das Leinöl quellend und gleitfördernd wirken und die Darmbewegung günstig beeinflussen. Der sich im Darm befindliche Kot wird erweicht und hierdurch die Entleerung schmerzlos erleichtert. Gleichzeitig werden Krankheitskeime im Darm aufgesaugt, der Kot verliert weitgehend seinen üblen Geruch; der innerlich eingenommene Leinsamen wirkt entzündungshemmend und krampflösend. Desgleichen wird schmerzlicher Harndrang durch die Einnahme von Leinsamen günstig beeinflußt. Weniger bekannt ist, dass Flohsamen, der von einer südlichen Wegerich-Art (Plantago psyllium) stammt und im Mittelmeergebiet und in Indien angebaut wird, eine ebenso günstige, wenn nicht noch günstigere Wirkung haben soll, als der Leinsamen. Die Flohsamen erhielten ihren Namen von der Form der Samen. Obwohl botanisch nicht verwandt mit dem Lein, wirken die Flohsamen wie dieser als ein mildes Quell- und Darmgleitmittel. Manchmal wird auch der Leinsamen als Flohsamen bezeichnet; dies ist aber nicht korrekt. Die Benediktiner Äbtissin und Heilkundige, Hildegard von Bingen, empfahl den Flohsamen: "Durch seine angenehmen Inhaltsstoffe macht der Flohsamen den bedrückten Geist des Menschen froh, fördert die Gehirnleistung (durch eine bessere Durchblutung) und stärkt die Gesundheit des Nervensystems". Es ist heute kein Geheimnis mehr, dass ein gut funktionierendes Verdauungssystem die beste Voraussetzung ist für Gesundheit und Wohlergehen. Gerade Flohsamen ist nicht nur ein ausgezeichnetes Darm-Regulans bei Verstopfung, sondern es reinigt auch den Darm von Fäulnisstoffen und Darmgasen, z.B. von krebserregenden Verdauungs-Endprodukten wie Indol, Skatol und Phenol. Flohsamen fördern auch das Wachstum darmfreundlicher Bakterien und die Vitaminsynthese und verhindern so die Bildung von Gallensteinen. Darüber hinaus senken sie einen erhöhten Cholesterin- und Blutzuckerspiegel. Der Flohsamen enthält wertvolle Schleimstoffe (10-12%), die vorwiegend aus Xylose und Galakturonsäure (in Pektin) sowie Arabinose und Ramnose aufgebaut sind. Es ist eine altes Erfahrungsgut der Volksheilkunde, mit Schleimzubereitungen verschiedene Verdauungsstörungen zu behandeln. Die Erkenntnisse über die Wirkungszusammenhänge sind heute aufgrund eingehender Forschungen weitaus fundierter, was erklärt, dass die Verwendung von Schleimstoffen in der Heilkunde fortschreitende Bedeutung findet. Die Pflanzenschleime sind leicht verdaulich und werden deshalb vom Körper als Nährsubstanz leicht aufgenommen. Diesem Umstand ist es zuzuschreiben, dass sich entzündliche Veränderungen im Magen und Darm – die eigentliche Ursache von Katarrhen des Verdauungstraktes – rückbilden können, weil die Verdauung von Schleimstoffen keine nennenswerte Belastung für die Darmschleimhaut ist. Durch die Vermeidung jeglicher Reize beruhigt sich eine entzündete Darmschleimhaut, was z.B. bei Durchfällen augenscheinlich wird, wenn die Häufigkeit des Stuhlgangs abnimmt. Die Schleimstoffe sind aber auch noch in anderer Richtung für das Darmrohr nützlich. Es handelt sich um die Wirkung als Gleitmittel vor allem bei chronischen Stuhlverstopfungen. Als stark quellfähige Droge gehört Flohsamen auch zu den Ballaststoffen, die in Wasser nach wenigen Minuten bereits stark quellen. Im Darm vorhandene Faserstoffe verhindern eine zu starke Eindickung und damit die Verstopfung dadurch, dass sie das Wasser binden. Sie bewirken, dass der Stuhl voluminös und weich wird. Durch die Gabe von 30 Gramm Flohsamen konnte die Penagezeit des Stuhl um einen Tag verkürzt werden. Das Haupteinsatzgebiet des Flohsamens ist also die chronische Verstopfung. Bei chronischer Verstopfung führt die Einnahme von Flohsamen (in Verbindung mit reichlich Flüssigkeit) infolge des schon erwähnten Schleimstoffgehaltes die eindrucksvolle Besserung der Darmträgheit herbei. Selbst hartnäckige Zustandsbilder wurden bei systematischer Anwendung wiederholt geheilt. Klinische Elektrolyt-Kontrollen ergaben, dass bei einer Flohsamen-Therapie keine Kalium-, Natrium- oder Kalziumverluste auftraten, wie dies zum Teil beim Leinsamen der Fall sein soll. Durch Flohsamen wird nicht nur die Leistung und Funktion der Verdauung verbessert, sondern auch der Stoffwechsel von Blutfett und Glucose reguliert. Die Pflanzenfasern lösen sich teilweise im Serum auf und „saugen wie ein Schwamm“ das überschüssige Cholesterin auf. Durch die Dickdarmbakterien werden die löslichen Ballaststoffe zu kurzkettigen Fettsäuren umgewandelt und diese sind dann in der Lage, die Cholesterin-Synthese in der Leber zu hemmen und den Cholesterinspiegel im Blut zu senken. Außerdem binden die löslichen Ballaststoffe der Flohsamen die fäkale Gallensäure, wodurch es in der Leber zu einer erhöhten Cholesterinausscheidung kommt. Im Darm wird dadurch mehr Cholesterin ausgeschieden. Die löslichen Ballaststoffe des Flohsamens sind nicht nur durch den bakteriellen Abbau im Dickdarm, sondern auch im Dünndarm wirksam. Dosierung:Soweit nicht anders verordnet, werden 1 bis 3 Teelöffel voll (5 bis 15 g) Flohsamen, mit wenig Wasser leicht vorgequollen, morgens sowie abends mit reichlich (1 bis 2 Glas) Flüssigkeit eingenommen. Man kann ihn auch 1-3 mal täglich übers Essen streuen und mindestens 1 Glas Wasser oder Tee dazu trinken. Quelle: Waerland-Monatsheft Nr.4/1997Mit freundlicher Genehmigung des G.A. Ulmer Verlags, 78609 Tuningen Copyright© by G.A. Ulmer Verlag Weitere Infos:
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